chinagras pflege
Chinagras (Boehmeria nivea) - Pflege-Lexikon
Definition
Chinagras, auch Rami genannt, ist eine mehrjährige, schnellwachsende Pflanze aus der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Ursprünglich in Ostasien beheimatet, wird sie als Zierpflanze, für Bastfasern oder als nachhaltige Textilpflanze kultiviert. Die Pflege erfordert Kenntnisse über Standort, Bewässerung und Schnitt.
Merkmale
- Wuchs: Aufrecht, buschig, erreicht 1-2,5 m Höhe (jährlicher Zuwachs bis 1 m).
- Blätter: Herzförmig, tiefgrün, unterseits silbrig-weiß filzig (namensgebend: "nivea").
- Blüte: Unscheinbare, grüne Blütenrispen (Juli-September); selten in Mitteleuropa.
- Standort: Sonnig bis halbschattig, windgeschützt. Ideal: Süd- oder Westseite mit hoher Luftfeuchtigkeit.
- Boden: Nährstoffreich, durchlässig, leicht sauer bis neutral (pH 6-7). Staunässe meiden!
- Winterhärte: Bis -15°C (USDA-Zone 7), bei Jungpflanzen oder strengen Frösten Wurzelschutz empfehlenswert.
Profi-Tipps für optimale Pflege
Bewässerung: Gleichmäßig feucht halten (keine Ballentrockenheit!), aber nicht überschwemmen. Im Sommer täglich gießen, Blätter besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Tipp: Mulchschicht (5 cm) aus Laub oder Rinde reduziert Verdunstung.
Düngung: Alle 4 Wochen (März-September) mit organischem Flüssigdünger (z. B. Brennnesseljauche) oder Langzeitdünger (NPK 5-3-4). Stickstoffbetonung fördert Blattwachstum.
Schnitt: Frühjahrs-Rückschnitt (März) auf 30 cm über dem Boden - treibt dann buschiger aus. Verblühte Triebe entfernen, um Samenbildung zu verhindern (schwächt die Pflanze).
Vermehrung: Stecklinge (Mai/Juni) oder Teilung des Wurzelstocks (Frühjahr). Stecklinge in Anzuchterde mit hoher Luftfeuchtigkeit (z. B. unter Folie) wurzeln lassen.
Häufige Fehler
1. Staunässe:Führt zu Wurzelfäule (Pilzbefall wie Phytophthora). Lösung: Tontopf mit Drainageschicht (Blähton) oder sandigen Boden wählen.
2. Zu trockene Luft:Blattränder werden braun (typisch in Innenräumen). Lösung: Regelmäßig besprühen oder Luftbefeuchter nutzen. Im Freiland: windgeschützten Standort wählen.
3. Stickstoffmangel:Gelbliche Blätter (Chlorose) durch nährstoffarmen Boden. Lösung: Hornspäne einarbeiten oder mit Algenextrakt düngen.
4. Spätfrost-Schäden:Junge Triebe erfrieren bei unter -5°C. Lösung: Im Herbst mit Vlies abdecken oder Kübelpflanzen frostfrei überwintern.
5. Schädlinge:Spinnmilben (bei Trockenheit) oder Blattläuse. Lösung: Natürliche Feinde (Marienkäfer) fördern oder mit Neemöl spritzen.